Wartung / Prüfung eines Feuerlöschers

Ratgeber

Feuerlöscher Wartung & Prüfung
alles was du wissen musst

Ein Feuerlöscher der im Notfall versagt ist gefährlicher als keiner – weil man sich in falscher Sicherheit wähnt. Regelmäßige Wartung stellt sicher, dass dein Löscher funktioniert wenn es darauf ankommt.

📅 Aktualisiert: Mai 2026
Wartungsintervalle im Überblick
👁️
Monatlich
Sichtprüfung
Manometer im grünen Bereich, Sicherung vorhanden, Löscher gut zugänglich
🔧
2 Jahre
Fachprüfung (Pflicht Gewerbe)
Durch zugelassenen Fachbetrieb – gesetzlich vorgeschrieben für Betriebe, empfohlen für privat
🔄
5–10 Jahre
Löschmittelwechsel
Pulver und Schaummittel altern – nach spätestens 10 Jahren erneuern
🗑️
20 Jahre
Austausch empfohlen
Nach 20 Jahren Behälter aus Sicherheitsgründen ersetzen – auch ohne Defekt
Privat vs. Gewerbe: Für Betriebe ist die 2-Jahres-Wartung durch einen Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben (BetrSichV, DIN 14406). Für private Haushalte gibt es keine gesetzliche Pflicht – die Hersteller empfehlen aber ebenfalls alle 2 Jahre. Wichtig: Nur eine regelmäßig gewartete Feuerlöschanlage greift auch im Versicherungsfall.
Was passiert bei der Wartung eines Aufladelöschers?

Der Aufladelöscher wird vollständig zerlegt und geprüft – das macht ihn wartungsfreundlicher als den Dauerdrucklöscher.

1

Sichtprüfung

Allgemeiner Zustand, Sauberkeit, Lesbarkeit der Beschriftung, Sicherung und Plombe werden überprüft.

2

Demontage und Öffnung

Schlauch wird demontiert, der Behälter geöffnet und die Armatur abgeschraubt.

3

Löschmittelkontrolle

Behälter vollständig entleert. Das Löschmittel wird auf Art, Beschaffenheit, Menge und Wiederverwendbarkeit geprüft. Bei Bedarf wird es erneuert.

4

Behälterprüfung

Innenwände werden auf Korrosion, Beschädigungen und Ablagerungen geprüft. Bei Auffälligkeiten Druckprüfung nach DIN EN 3.

5

Armaturenprüfung

Ventile, Dichtungen, O-Ringe und Schlauch werden auf Verschleiß und Dichtheit geprüft. Defekte Teile werden ersetzt.

6

Wiederbefüllung und Montage

Löscher wird mit neuem Löschmittel befüllt, Treibgaskartusche ausgetauscht und alles wieder zusammengebaut.

7

Dichtheitsprüfung und Kennzeichnung

Abschließende Dichtigkeitsprüfung. Neue Prüfplakette mit Datum und Fachbetrieb wird angebracht.

Was passiert bei der Wartung eines Dauerdrucklöschers?

Der Dauerdrucklöscher kann ohne vollständige Demontage geprüft werden – der Prozess ist etwas einfacher.

1

Sichtprüfung

Zustand, Beschriftung, Plombe, Sicherungsstift und Manometer werden überprüft. Manometerzeiger muss im grünen Bereich sein.

2

Druckkontrolle

Manometerstand abgelesen und mit Sollwert verglichen. Bei Abweichung wird der Druck geprüft und gegebenenfalls korrigiert.

3

Wiegeprobe (bei CO2-Löschern)

CO2-Löscher haben kein Manometer – sie werden gewogen. Ist das Gewicht unter dem Sollwert, muss nachgefüllt werden.

4

Schlauch- und Düsenprüfung

Schlauch auf Risse, Verhärtungen und Verstopfungen prüfen. Düse auf freien Durchlass testen.

5

Kennzeichnung

Neue Prüfplakette mit Datum wird angebracht. Bei der nächsten Wartung (alle 2 Jahre) wird der Löscher vollständig geöffnet und das Löschmittel geprüft.

Monatliche Selbstprüfung in 5 Minuten

Die professionelle Wartung ersetzt du damit nicht – aber du erkennst sofort wenn etwas nicht stimmt.

📍

Standort

Ist der Löscher noch gut sichtbar und frei zugänglich? Nichts davor gestellt?

🔒

Sicherung

Ist der Sicherungssplint noch vorhanden und die Plombe unversehrt?

🟢

Manometer

Zeigt der Zeiger im grünen Bereich? Rot = sofort Fachbetrieb kontaktieren.

🔍

Äußerer Zustand

Keine Roststellen, Dellen, Beschädigungen am Gehäuse oder Schlauch?

📋

Prüfplakette

Wann war die letzte Wartung? Ist sie mehr als 2 Jahre alt, Termin vereinbaren.

⚖️

Gewicht (CO2)

CO2-Löscher wiegen – entspricht es dem Sollgewicht auf dem Typenschild?

Wartungskosten im Überblick
Löscher-Typ Wartungskosten Neupreis (zum Vergleich) Empfehlung
Schaumlöscher 6L 30–60 Euro 40–80 Euro Warten wenn unter 10 Jahre alt
Fettbrandlöscher 6L 40–70 Euro 60–120 Euro Warten wenn unter 10 Jahre alt
Pulverlöscher 6kg 25–50 Euro 30–60 Euro Ab 10 Jahren oft Neukauf günstiger
CO2-Löscher 2kg 35–65 Euro 50–90 Euro Warten wenn unter 10 Jahre alt
Design-Löscher 50–80 Euro 150–350 Euro Immer warten – Neukauf viel teurer
Tipp: Ist dein Löscher älter als 10 Jahre und die Wartungskosten übersteigen die Hälfte des Neupreises, lohnt sich oft ein Neukauf mehr. Aktuelle fluorfreie Modelle bieten zudem mehr Sicherheit als ältere Löscher.
FAQ zur Wartung und Prüfung
Gesetzlich vorgeschrieben ist die Wartung nur für Betriebe (BetrSichV). Für Privatpersonen gibt es keine gesetzliche Pflicht. Alle Hersteller empfehlen aber auch für den privaten Bereich eine Prüfung alle 2 Jahre. Wichtig: Ein nicht gewarteter Löscher kann im Ernstfall versagen – und die Hausrat-Versicherung könnte im Schadensfall Probleme machen.
Nur zugelassene Fachbetriebe dürfen eine normgerechte Wartung nach DIN 14406 durchführen. Du erkennst sie am Sachkundigenausweis und an der Zulassung. Einfache Sichtprüfungen kann jeder selbst durchführen – die ersetzt aber keine Fachprüfung.
Die Prüfplakette zeigt Monat und Jahr der letzten Wartung sowie den prüfenden Fachbetrieb. Ist sie mehr als 2 Jahre alt, ist eine neue Prüfung fällig. Manche Löscher tragen auch eine Jahresmarke – sie zeigt das Jahr bis zu dem der Löscher geprüft ist.
Als Faustregel: Ist der Löscher unter 10 Jahre alt und in gutem Zustand, lohnt sich Warten fast immer. Ist er älter als 15 Jahre oder stark verrostet, ist ein Neukauf oft günstiger. Vergleiche die Wartungskosten mit dem aktuellen Neupreis auf unseren Vergleichsseiten.
Auch ein kurzer Sprühstoß bedeutet, dass der Löscher nicht mehr einsatzbereit ist. Der Druck ist abgefallen, das Löschmittel ist eventuell feucht geworden. Ein nicht gewarteter Löscher nach Einsatz gibt beim nächsten Brand keine Sicherheit. Sofort zum Fachbetrieb oder einen neuen kaufen.