Aufbau & Funktion

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Ratgeber

Feuerlöscher Aufbau & Funktion
einfach erklärt

Wie funktioniert ein Feuerlöscher eigentlich – und warum gibt es verschiedene Typen? Wir erklären den Aufbau, die Funktionsweise und zeigen dir, welcher Löscher für dich der richtige ist.

📅 Aktualisiert: Mai 2026
Die zwei Haupttypen im Überblick

Feuerlöscher funktionieren alle nach demselben Prinzip: Das Löschmittel wird durch Druck aus dem Behälter gedrückt und auf den Brandherd gerichtet. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wo der Druck gespeichert wird.

Dauerdrucklöscher

  • Treibgas dauerhaft im Behälter
  • Sofort einsatzbereit
  • Einfache Druckkontrolle per Manometer
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kleinere Lecks schwer erkennbar
  • Schwerer als Aufladelöscher

Aufladelöscher

  • Treibgaskartusche separat – leicht prüfbar
  • Nachfüllbar & langlebiger
  • Zuverlässiger bei langer Lagerung
  • Geringeres Druckverlustrisiko
  • Schlagknopf muss betätigt werden
  • Etwas teurer
Welcher ist besser? Für den privaten Haushalt sind beide Typen geeignet. Aufladelöscher sind in der Regel langlebiger und einfacher zu warten – besonders wenn der Löscher selten gebraucht wird. Unsere Schaumlöscher-Empfehlungen enthalten beide Typen mit klarer Kaufberatung.
Aufbau im Vergleich

Die Zeichnungen zeigen die wichtigsten Bauteile beider Typen. Klicke auf ein Bauteil für mehr Details.

Dauerdrucklöscher
Dauerdrucklöscher Aufbau Schematische Zeichnung eines Dauerdrucklöschers mit beschrifteten Bauteilen Gas Mittel Sicherung Manometer Treibgas Löschmittel Steigrohr Standring
Aufladelöscher
Aufladelöscher Aufbau Schematische Zeichnung eines Aufladelöschers mit Treibgaskartusche und beschrifteten Bauteilen ! Mittel CO₂ Schlagknopf Löschmittel CO₂-Kartusche Steigrohr Standring

Blau = Löschmittel  |  Hellblau = Treibgas (Dauerdruck)  |  Orange = CO₂-Kartusche (Auflade)  |  Grün = Löschmittel (Auflade)

Bauteile eines Feuerlöschers erklärt

Ein Feuerlöscher besteht aus wenigen, klar definierten Bauteilen. Wer sie kennt, versteht auch, warum regelmäßige Wartung so wichtig ist.

Bauteil Funktion Wichtig weil…
Behälter Aufnahme des Löschmittels und (bei Dauerdruck) des Treibgases Muss druckfest und korrosionsbeständig sein
Ventilkopf Öffnet und schließt den Löschmittelfluss Zentrales Steuerelement – bei Defekt kein Löschen möglich
Sicherung (Splint) Verhindert unbeabsichtigtes Auslösen Muss im Notfall als erstes entfernt werden
Betätigungshebel Öffnet das Ventil durch Drücken Freigabe des Löschmittels – intuitiv bedienbar
Steigrohr Führt das Löschmittel vom Boden des Behälters nach oben Ermöglicht aufrechte und liegende Nutzung
Schlauch / Düse Richtet den Löschmittelstrahl gezielt auf den Brand Reichweite und Genauigkeit hängen davon ab
Manometer Zeigt den aktuellen Druck im Behälter an (nur Dauerdruck) Grüner Bereich = einsatzbereit, roter Bereich = Wartung nötig
Treibgaskartusche Enthält das Treibgas (CO₂) beim Aufladelöscher Separat prüfbar – Vorteil gegenüber Dauerdrucklöschern
So bedienst du einen Feuerlöscher richtig

Die Abkürzung PASS hilft dir, im Notfall die richtige Reihenfolge zu behalten:

1

Sicherung entfernen (Pull)

Ziehe den Sicherungssplint aus dem Ventilkopf. Erst dann ist der Löscher einsatzbereit. Bei Aufladelöschern den Schlagknopf zusätzlich betätigen, um die Treibgaskartusche zu aktivieren.

2

Auf den Brand zielen (Aim)

Halte die Düse oder den Schlauch auf die Basis der Flammen – nicht auf die Flammen selbst. Den Brandherd aus sicherer Entfernung (2–3 Meter) anvisieren.

3

Hebel drücken (Squeeze)

Drücke den Betätigungshebel fest zusammen. Das Löschmittel tritt aus. Du kannst den Hebel loslassen, um den Strahl zu unterbrechen und Löschmittel zu sparen.

4

Fächernd lösen (Sweep)

Bewege den Strahl fächernd von einer Seite zur anderen über den Brandherd – immer von der Basis der Flammen aus. Nie von oben auf den Brand sprühen.

PASS-Methode zur Feuerlöscher-Bedienung Vier Schritte: Pull (Sicherung), Aim (Zielen), Squeeze (Drücken), Sweep (Fächern) P Pull Sicherung ziehen Splint heraus A Aim Basis der Flammen Nicht oben drauf S Squeeze Hebel fest drücken Loslassen = Pause S Sweep Fächernd links → rechts Von der Basis
Wichtig: Ein Feuerlöscher hat nur 6–12 Sekunden Sprühdauer bei voller Leistung. Zögere nicht – handle sofort und verlasse den Raum wenn der Brand größer wird. Im Zweifel lieber den Notruf rufen.

Mehr dazu in unserem Ratgeber: Es brennt – Was tun? Die 7 wichtigsten Schritte im Brandfall

FAQ zu Aufbau & Funktion
Beim Dauerdrucklöscher ist das Treibgas dauerhaft im Behälter gespeichert – er ist sofort einsatzbereit und hat meist ein Manometer zur Druckkontrolle. Beim Aufladelöscher ist das Treibgas in einer separaten Kartusche – diese muss per Schlagknopf aktiviert werden. Aufladelöscher sind wartungsfreundlicher und langlebiger.
Je nach Modell und Löschmittelmenge nur 6–15 Sekunden bei voller Leistung. Durch kurzes Unterbrechen (Hebel loslassen) kann die Sprühdauer verlängert werden. Ein 6-Liter-Schaumlöscher sprüht typischerweise 40–50 Sekunden bei niedrigerem Druck.
Das Manometer zeigt den aktuellen Druck im Behälter. Zeiger im grünen Bereich = Löscher ist einsatzbereit. Zeiger im roten Bereich (zu niedrig oder zu hoch) = Wartung erforderlich. Löscher ohne Manometer (z.B. Aufladelöscher) werden durch Wiegen oder Prüfung der Kartusche kontrolliert.
Ja – die meisten Feuerlöscher können nach einem Einsatz durch einen Fachbetrieb aufgefüllt und wieder druckbeaufschlagt werden. Aufladelöscher sind hierfür besonders gut geeignet, da nur die Kartusche und das Löschmittel ersetzt werden müssen. Nach jedem Einsatz – auch einem kurzen Sprühstoß – muss der Löscher zur Wartung.
Verschiedene Brandarten erfordern verschiedene Löschmittel. Wasser und Schaum kühlen den Brand, Pulver unterbricht die chemische Kettenreaktion, CO₂ verdrängt den Sauerstoff. Das falsche Löschmittel kann einen Brand sogar verschlimmern – z.B. Wasser auf Fettbrand. Mehr dazu in unserem Brandklassen-Ratgeber.